Vor einiger Zeit – lassen wir es mal 3 Jahre sein – da habe ich mir ein paar Gedanken zum Thema „Glück“ gemacht. Hier ist der Original-Text:
Abhandlung über das Glück
Was ist Glück? Ist es das Glück, das man gehabt hat, wenn man gerade noch den Zug erwischt hat oder das, wenn man einfach nicht krank wird? Hat man Glück wenn man glücklich ist oder sollte man eigentlich schon glücklich sein, dass man so leben kann, wie man lebt? Ist es das erstrebenswerteste, glücklich zu sein oder verlässt man sich lieber auf sein Glück? Verlasse ich mich manchmal zu sehr auf mein Glück, provoziere es gar?
Kann man Glück provozieren? Ist es ein Ding, ein Gebilde welches sich manifestiert, etwas, das dann einfach da ist? Eine Glückssträhne, die man hat – man kann sich auf den folgenden Erfolg verlassen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist. Ist Glück also das, was gegen die Wahrscheinlichkeit spricht? Wenn die Wahrscheinlichkeit geringer ist als die des Pechs? Mathematisch gesehen hat man Glück bei einer Wahrscheinlichkeit des Gewollten unter 50 %. Ist Glück berechenbar? Kann man es einberechnen? Doch wenn ich ein Geldstück auf dem Boden finde, hab ich dann nicht auch Glück gehabt – ganz ohne es einberechnet zu haben? Und wenn es ein Einer ist, bringt der nicht auch noch Glück?
Wünsche ich mir nicht immer Glück? Wünschen mir nicht immer alle Glück – besonders an meinem Geburtstag? Und freut man sich nicht, einen Schornsteinfeger zu sehen, ein vierblättriges Kleeblatt zu finden? Da kommen noch rosa Schweinchen hinzu, Fliegenpilze, auf Holz klopfen, über die Schulter spucken, Hufeisen, Marienkäfer usw.
Ja, Glück haben, im Sinne von etwas seltenem begegnen und sich daran erfreuen findet schnell wieder zu dem Zustand, dessen Eintreffen wir uns dann erwünschen: Glückseligkeit.
Wir wollen zufrieden sein, uns wohl fühlen, keinen Kummer haben. Kleine und große Dinge sollen uns dabei helfen. Und wer glücklich ist, vergisst auch die anderen Sorgen, wenn auch nur für einen Augenblick – und so manch einer sagt, dass darin der Sinn des Lebens besteht.
Also streben wir nach dem Glück, suchen uns eine geeignete Definition, um auch das Ziel erreichen zu können, erfreuen uns auch an den Zwischenergebnissen und wollen nach dem Ableben glücklich über das sein, was wir bis dahin vollbracht haben.
Ich hoffe, dass dann das Glück die Mehrheit ausmacht.