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„Der Sinn des Lebens“ oder „Die Freiheit“ April 21, 2009

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Letztens habe ich einen Text über das Glück veröffentlicht. Zur gleichen Zeit, als ich diesen verfasste, entstand auch ein Text über die Freiheit. Grund für beide Texte war eine Vorlesung zum Thema „Der Sinn des Lebens“. Natürlich existiert auch dazu ein Text, doch für den Block ist er nicht reif genug. Hier der Original-Text über die Freiheit:

Abhandlung über die Freiheit

Fragt man sich über den Sinn des Lebens, so sind Überlegungen über das Streben nach Freiheit unumgänglich. Doch was genau ist Freiheit?

Stell dir vor, dir würde die ganze Welt gehören. Du allein könntest tun und lassen was du wolltest. Was würdest du tun?

Würdest du den ganzen Tag rumliegen und dich füttern lassen? Liegen ist schließlich die bequemste Haltung, bei welcher man sich nicht bewegen muss. Füttern bedeutet, dass man sich nicht die Mühe machen muss, also sich nicht bewegen, um Nahrung zu beschaffen. Diese Freiheit wäre also, dass man sich nicht rühren muss, um zu überleben.

Oder würdest du überall hin reisen, die Welt kennen lernen wollen? Die Technik macht’s möglich! Du könntest dich ins Weltall schießen lassen, um die Erde von außen betrachten zu können oder Palmenstrände erkunden, auf Bergen rumkraxeln und die Meere erforschen. Der Mensch hat, wenn ihn erst die Neugier gepackt hat, einen gigantischen Wissensdurst. Leider gibt es auch genügend, die auf Wissen keinen Anspruch haben wollen. Ob dann auch die Lust besteht, die Welt kennen zu lernen?

Würdest du Geld, Gold und Diamanten anhäufen, darin baden wie Dagobert Duck? Wäre für dich der greifbare materielle Besitz das A und O im Leben? Wenn du begreifst, dass dir ALLES gehört, würdest du trotzdem die wertvollsten Sachen zusammenhorten? Damit würde man vor allem den anderen zeigen wollen, dass man vermögend ist. Geld allein kann ja vielleicht glücklich machen.

Oder gibst du es in großen Mengen aus? Aber halt – wenn dir alles gehört, musst du nix bezahlen. Vielleicht lässt du dir also alles beschaffen: eine Villa mit Pool und toller Aussicht, eine Yacht im eigenen Hafen, ein Flugzeug in deiner Nähe, Pelze, Schmuck und die größten Autos, die je gebaut wurden. Und schon wieder muss man sich nicht bewegen, der Chauffeur hält dir die Tür auf und fährt den Royce-Royce. Doch nun kannst du auch allen zeigen, dass du dich nicht bewegen brauchst, um zu leben. Ein gängiges Motiv der Freiheit?

Würdest du jeden Tag eine Party machen, Drogen in dich reinpumpen dass die Welt ganz anders wahrgenommen wird? Ist der Rausch lebenswert? Tanzende Menschen um dich herum? Versteh mich nicht falsch – Party und Drogen müssen nicht zusammengehören. Aber wäre es nicht schön, sich jederzeit der Musik hinzugeben?

Würdest du alles sagen und schreiben, was dir in den Sinn kommt? Du dürftest jeden Menschen beleidigen, wie es dir passt. Du hast die Macht! Alles, was du denkst, darf gedruckt und verbreitet werden, du bist frei von all den Zwängen, die einem täglich begegnen.

Oder alles zusammen! Auf der Welt rumreisen, Partys, Konsum, beste Speisen. Sich um nichts Gedanken machen müssen – da wo du bist, wird Frieden herrschen.

Was ich aus diesen Aufzählungen sehen kann ist, dass ein Freiheitsgedanke stark damit verbunden ist, nicht zu arbeiten. Arbeit, wenn überhaupt, darf dann nur Spaß machen und ist eher ein Hobby. Die Freiheit, sich selbst zu verwirklichen. Man möchte gern selbst entscheiden, was zu tun und zu lassen ist. Keine Vorschriften, keine Gesetze.

Doch wir leben in einer Gesellschaft, wir teilen uns die Arbeit. Dies verlangt Rücksicht auf die Belange des anderen und damit automatisch auch Einschränkungen. Denn stell dir vor was wäre, wenn jedem die Welt gehören würde? Wer würde das Flugzeug fliegen, mit dem wir reisen wollen? Wer würde uns die Weintrauben in den Mund stopfen? Wie sollten wir uns einen Ferrari kaufen, wenn es keinen gibt, der ihn freiwillig bauen würde?

Nun, uns gehört wohl allen die Welt und dadurch eigentlich keinem. Freiheit findet nur in dem Rahmen statt, der nicht andere beeinträchtigt. Zudem müssen wir immer mit Neid, Eifersucht und dem Egoismus anderer rechnen. Wir selbst rechtfertigen damit unseren eigenen Egoismus und kommen damit sogar gut durchs Leben. Dies ist schließlich viel zu kurz, als dass wir uns allzu große Gedanken zur Nachhaltigkeit machen müssten.

Freiheit hin, Freiheit her. Ich mache sie mir immer wieder bewusst, denn schnell vergisst man, wie frei man eigentlich trotzdem ist. Man gewöhnt sich nämlich dran und vergisst es zu schätzen. Nicht? Der der aus dem Gefängnis kommt hat oft eine bessere Laune als der, der schon immer draußen war. Seltsam, oder?

 

Was ist Glück? April 12, 2009

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Vor einiger Zeit – lassen wir es mal 3 Jahre sein – da habe ich mir ein paar Gedanken zum Thema „Glück“ gemacht. Hier ist der Original-Text:

Abhandlung über das Glück

Was ist Glück? Ist es das Glück, das man gehabt hat, wenn man gerade noch den Zug erwischt hat oder das, wenn man einfach nicht krank wird? Hat man Glück wenn man glücklich ist oder sollte man eigentlich schon glücklich sein, dass man so leben kann, wie man lebt? Ist es das erstrebenswerteste, glücklich zu sein oder verlässt man sich lieber auf sein Glück? Verlasse ich mich manchmal zu sehr auf mein Glück, provoziere es gar?

Kann man Glück provozieren? Ist es ein Ding, ein Gebilde welches sich manifestiert, etwas, das dann einfach da ist? Eine Glückssträhne, die man hat – man kann sich auf den folgenden Erfolg verlassen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist. Ist Glück also das, was gegen die Wahrscheinlichkeit spricht? Wenn die Wahrscheinlichkeit geringer ist als die des Pechs? Mathematisch gesehen hat man Glück bei einer Wahrscheinlichkeit des Gewollten unter 50 %. Ist Glück berechenbar? Kann man es einberechnen? Doch wenn ich ein Geldstück auf dem Boden finde, hab ich dann nicht auch Glück gehabt – ganz ohne es einberechnet zu haben? Und wenn es ein Einer ist, bringt der nicht auch noch Glück?

Wünsche ich mir nicht immer Glück? Wünschen mir nicht immer alle Glück – besonders an meinem Geburtstag? Und freut man sich nicht, einen Schornsteinfeger zu sehen, ein vierblättriges Kleeblatt zu finden? Da kommen noch rosa Schweinchen hinzu, Fliegenpilze, auf Holz klopfen, über die Schulter spucken, Hufeisen, Marienkäfer usw.

Ja, Glück haben, im Sinne von etwas seltenem begegnen und sich daran erfreuen findet schnell wieder zu dem Zustand, dessen Eintreffen wir uns dann erwünschen: Glückseligkeit.

Wir wollen zufrieden sein, uns wohl fühlen, keinen Kummer haben. Kleine und große Dinge sollen uns dabei helfen. Und wer glücklich ist, vergisst auch die anderen Sorgen, wenn auch nur für einen Augenblick – und so manch einer sagt, dass darin der Sinn des Lebens besteht.

Also streben wir nach dem Glück, suchen uns eine geeignete Definition, um auch das Ziel erreichen zu können, erfreuen uns auch an den Zwischenergebnissen und wollen nach dem Ableben glücklich über das sein, was wir bis dahin vollbracht haben.

Ich hoffe, dass dann das Glück die Mehrheit ausmacht.

 

Die Gegenüberstellung April 11, 2009

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Das Leben trottet seinen „gewöhnlichen“ Weg. Wobei das bedeutet, dass jeder Tag anders ist. Nun ja, der Mensch gewöhnt sich an alles, auch an das Ungewohnte. Genug Gelaber. Letztes Wochenende ist mir was passiert, was mich nachträglich zum Nachdenken gebracht hat – oder äh, zur Andacht.

Es war Sonntag. In irgendeiner Kleinstadt Deutschlands. Ich ging mit ziemlich viel Gepäck durch eine der vielen schmalen Gassen zwischen Fachwerkhäusern. Rucksack, Tasche, Koffer, Beutel und noch umständlich ein Jackett dazwischen. Da kam sie mir entgegen. Eine Prozession! Eine Horde Messdiener, in ihrer sicheren Mitte ein Pfarrer und dahinter zwei Esel mit allerlei Schmuck und im Gefolge hunderte Menschen, bewaffnet mit allerlei Grünzeug. Doch was nun? Die Gasse war zu schmal für uns. Durch meinen Kopf schoss sofort der Gedanke „die Prozession oder ich“. ich gegen die Kirche, gegen den Glauben. Der Kampf gegen Gott, gegen das Christentum und gegen die Ungewissheit des Todes, der Unendlichkeit und der letzten Rätsel der Wissenschaft. Doch bevor der Kampf ausgetragen werden konnte, schaffte ich es noch rechtzeitig in eine Seitengasse und führte meine Weg fort, ohne dem Geschehen noch nachzusehen. Vielleicht aus Scham, vielleicht aus Gleichgültigkeit. Vielleicht werde ich später mal darüber nachdenken, warum es überhaupt dazu kommen konnte. Eins konnte ich zumindest herausfinden: es war Palmsonntag.