Warum auch nicht … na gut, mit christlichen Bräuchen nehmen es viele nicht allzu ernst. So auch die Schwaben. Darum kam ich den Genuss, zum ersten Mal Herrgottsb’scheißerle zu essen. Die waren auch sehr lecker. Herrgottsb’scheißerle? Nun, die Schwaben haben sich gedacht: Karfreitag darf man kein Fleisch essen … darum verstecken wir es einfach in Maultaschen. Egal, Hauptsache es schmeckt. Und wenn sie auch von Oma selbstgemacht sind, dann erst recht!
Den restlichen Nachmittag verbrachte ich mit Pokern. Doch es wollte nicht so recht glücken. Irgendwie war wohl auch zu viel Bier im Spiel, was meine Leistung zusätzlich negativ beeinflusste. Poker, Billard, Bowling, Dart, Kicker: alles kann ich halbwegs meistern – doch sobald ein Tropfen Alkohol dabei ist, sinkt die Leistung recht schnell.
Karfreitagabend. Genug Hunger aufgespart für noch mehr Fleisch! Denn nun gab es ein 7-gängiges Menü bei Gourmet Klaus. Ich versuche diesen 5 1/2-stündigen Schmaus für 3 Personen zu rekonstruieren:
1. Pasteten-Allerlei (Ente, Wildschwein, Jakobsmuscheln) mit Chili, Erdbeere und gerösteten Pfefferkörnern
2. Carpaccio mit Olivenöl & Balsamico und Stangensellerie.
3. Wildlachs auf Mini-Fladenbrot mit Wachtelei
4. Pangasius mit Curry-Senfsoße im Bananenblatt gedünstet
5. Salzwiesen-Lamm an Rosmarinkartoffeln und Tomaten, in Olivenöl geschmort. Dazu noch ein bescheidener 85er Grand Cru Rotwein, bei ca. 700 Euro die Flaschen.
6. Erbeerdessert mit untergehobener Sahne
7. Trüffelkugeln mit buntem Obst-Pasteten
Doch die Mägen waren fürs Dessert fast bis zum Platzen gefüllt. Wir mussten schon zwingen, weiter zu futtern. Gehört nicht Völlerei zu den 7 Todsünden?
Heute verdrücke ich noch etwas Salzwiesenlamm und freue mich, einmal so gut (und teuer) bekocht worden zu sein.